Mindfulness im Sport – Welche Top-Athletinnen und Top-Athleten machen das bereits?

Da taucht gleich ein Name auf: Michael Jordan. Für viele sportinteressierte Amerikaner ist Michael Jordan der größte Athlet aller Zeiten. Immer wieder betonte er in Interviews, wie wichtig Mindfulness im Sport für ihn war. In der 2020 erschienen Netflix-Doku „The Last Dance“ wird dieses Mindfulness-Training mehrmals thematisiert.

Ermuntert hierzu wurde Michael Jordan von seinem Trainer Phil Jackson. Phil Jackson etablierte eine regelmäßige Mindfulness-Praxis in den Trainingsalltag seiner Basketball-Teams. Im Grunde genommen war das auch eines seiner ganz großen Erfolgsgeheimnisse, welche ihn mit 11 Titeln zum erfolgreichsten Coach in der NBA-Geschichte werden ließ. Phil Jackson arbeitete sehr eng mit dem Psychologen George Mumford zusammen, der in den Medien als der Mindfulness Whisperer bezeichnet wurde. Beide inspirierten eine ganze Generation von achtsamen Basketball-Megastars: Dennis Rodman, Kobe Bryant, Ricky Rubio oder LeBron James.

In der englischsprachigen Welt gilt Tim Gallwey als Gründervater des modernen Sport Coachings. Sein 1974 erschienenes Buch „The Inner Game of Tennis“ wurde mehrfach neu aufgelegt. Die nicht wertende Aufmerksamkeit auf die zu bewältigende Herausforderung sei ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor. So eine der Grundaussagen seines Buches „The Inner Game of Tennis“. In den Trainingsplänen von Novak Djoković hat Mindfulness seit langem einen fixen Platz. Das gleiche gilt für Serena Williams. Aber auch die US-Open Siegerin von 2019, Bianca Andreescu, vertraut bei der mentalen Vorbereitung auf ihre regelmäßigen Meditationen. Sie begann bereits im Alter von 12 Jahren eine regelmäßige Meditationspraxis zu etablieren.

In der Formel 1 wurde dieses Thema 2016 zum ersten Mal in einem größeren Ausmaß wahrgenommen. Interessiert folgte die Öffentlichkeit den Ausführungen von Nico Rosberg, der damals im Herbst 2016 als amtierender Weltmeister zurücktrat und anschließend in den Talkshows über seine Meditationspraxis berichtete. Nico Rosberg meinte, dass diese Form des mentalen Trainings die in den Jahren zuvor noch fehlenden 2 oder 3 % gebracht hätten. Sein damaliger Teamrivale Lewis Hamilton gehört mittlerweile ebenfalls zu den Fans von Mindfulness im Sport.

Wer meint, nur in „sensiblen“ Sportarten könne Mindfulness von größerem Vorteil sein, der irrt gewaltig. Selbst im harten Alltag des American Football hat sich das Thema Mindfulness fest etabliert. Der prominenteste Spieler in diesem Zusammenhang ist sicherlich Tom Brady, für viele Football-Fans der beste Quarterback aller Zeiten. Es gibt auch ganze Football-Teams, die auf ein Mindfulness-Training setzen, wie eben The Seattle Seahawks, NFL-Sieger 2013.

Der französische Fußballverband war der erste weltweit, der das Mindfulness-Training als fixen Bestandteil in seine Ausbildungsprinzipien übernahm. Die amerikanischen Fußballweltmeisterinnen von 2019 mit ihrer Gallionsfigur Megan Rapinoe üben sich schon seit Jahren in der Kunst des Meditierens und vertrauen dabei auch auf eine sehr bekannte Meditations-App. Immer wieder konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass Fußballer ihre Tore mit einer Meditationspose feierten. Entsprechende Fotos gibt es hierfür von Mohamed Salah, Antoine Griezmann und Erling Haaland. Cristiano Ronaldo, immer auf der Suche nach Optimierung, entdeckte ebenfalls den Nutzen von Mindfulness im Sport.

Die amerikanischen Olympiazentren setzen bei der Betreuung ihrer Athleten seit vielen Jahren schon auf Mindfulness. Es war übrigens der gebürtige Österreicher Peter Haberl, der hier federführend bei der Implementierung des Mindfulness-Konzeptes in den amerikanischen Olympiazentren mitarbeitete. So arbeitet Peter Haberl auch mit den Damen des amerikanischen Water Polo-Teams äußerst erfolgreich zusammen.

Malaika Mihambo wurde im Herbst 2019 überragende Weltmeisterin im Weitsprung, 2021 gewann sie dann auch noch die olympische Goldmedaille. Sie versucht jeden Tag zu meditieren und nimmt sich hierfür zwischen 10 und 20 Minuten Zeit, idealerweise morgens und abends.

Mindful high-performers gibt es mittlerweile in ganz unterschiedlichen Sportarten. So gibt es Sportarten, in denen man Athleten mit einer regelmäßigen Mindfulness-Praxis eher vermuten würde. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Kerri Walsh, ihres Zeichens mehrfache Beachvolleyball-Olympiasiegerin. Aber auch die jungen Wilden, Kate Courtney, Mountainbike-Weltmeisterin, oder Connor Fields, BMX-Olympiasieger, möchte ich hier anführen.

In diesem Überblick zum Thema Mindfulness im Sport möchte ich unbedingt auch noch den erfolgreichsten österreichischen Olympioniken bei Winterspielen erwähnen. Felix Gottwald hat sich früh in seiner Karriere schon mit Qi-Gong und Meditation beschäftigt. Sein Weg der Stille hat ihm ganz große sportliche Erfolge ermöglicht.

 

„We are so focused on strength
that we forget to strengthen our focus.“

LeBron James

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