Mario Reiser Wortmarke

Mentaltraining im Schießsport

Sportarten

Die kurze Antwort: In den meisten Sportarten ist Ruhe die Voraussetzung für die Leistung. Im Schießsport ist sie die Leistung. Puls, Atmung und Muskelspannung entscheiden direkt über den Treffer und alle drei hängen daran, was gerade in deinem Kopf passiert. Kaum ein anderer Sport macht den mentalen Zustand so unmittelbar sichtbar.

Auf dieser Seite findest du, was nach einer schlechten Serie im Kopf passiert. Dazu, wie du den letzten Schuss löst und warum Warten die eigentliche Aufgabe ist.

Sportschützin legt am Schießstand an und zielt auf die Scheibe, Schwarzweiß

Warum der Kopf hier direkt auf die Scheibe wirkt

In einem Fußballspiel kannst du einen schlechten Moment durch Einsatz überdecken. Im Schießsport geht das nicht.

Jede Veränderung deines Zustands wandert unmittelbar ins Ergebnis. Ein höherer Puls bewegt die Waffe. Eine flachere Atmung verändert den Halt. Mehr Muskelspannung macht den Abzug hart. Das sind keine Feinheiten, sondern Ringe.

Dazu kommt die Stille. Es gibt keinen Lärm, in dem man sich verstecken kann, keine Mitspieler, keine Ablenkung durch Bewegung. Du stehst mit dir selbst auf dem Stand und deine Gedanken sind laut.

Deshalb ist Schießsport unter allen Sportarten die ehrlichste. Wer mental nicht klar ist, sieht das sofort auf der Scheibe.

Die Situationen, die entscheiden

Zielscheibe mit konzentrischen Ringen, Schwarzweiß

Der erste Schuss

Er zählt nicht mehr als die anderen und wiegt trotzdem schwerer. Ein guter erster Schuss beruhigt, ein schlechter erzeugt sofort einen Gedanken an das Gesamtergebnis.

Der Umgang damit beginnt vor dem Wettkampf. Wer sich vornimmt, den ersten Schuss besonders gut zu machen, hat ihn schon aufgeladen. Die brauchbare Variante ist, ihn ausdrücklich als Teil des Einschießens zu behandeln.

Zittern, Puls und was wirklich hilft

Die häufigste Frage aus dem Schießsport betrifft das Zittern unter Anspannung. Hier ist eine Klarstellung nötig.

Ein Teil davon ist normal und lässt sich nicht wegtrainieren. Kein Mensch steht vollkommen still und die besten Schützen zittern ebenfalls. Der Unterschied liegt darin, wie sie darauf reagieren.

Wer gegen das Zittern ankämpft, verstärkt es. Mehr Muskelanspannung bedeutet weniger Feinmotorik. Wer es dagegen registriert und den Abzug trotzdem sauber zu Ende führt, bleibt im Ablauf.

Der wirksamste Hebel ist die Atmung, weil sie den Puls direkt beeinflusst. Die vollständige Übung dazu steht unter Lampenfieber im Sport, weitere Formate bei den Mentaltraining-Übungen.

Der Ablauf zwischen zwei Schüssen

Viele Schützinnen und Schützen haben eine Routine für den Schuss selbst. Für die Zeit dazwischen hat kaum jemand eine.

Dabei ist genau dort der Platz, an dem sich ein Wettkampf entscheidet. Vier Punkte, die sich bewährt haben.

  1. Setz die Waffe wirklich ab. Nicht halb, nicht in Bereitschaft. Der körperliche Wechsel markiert den Abschluss des letzten Schusses und dein Kopf braucht diese Markierung.

  2. Bewerte nicht. Der Blick auf die Anzeige ist unvermeidlich, die Bewertung nicht. "Neun" ist eine Information, "schon wieder eine Neun" ist der Einstieg ins Rechnen.

  3. Atme einmal vollständig aus. Länger aus als ein. Das senkt den Puls messbar und kostet keine fünf Sekunden.

  4. Benenne die nächste Aufgabe, nicht das Ziel. Also den Anschlag, den Haltepunkt, den Abzug. Nicht das Ergebnis, das am Ende stehen soll.

Diese vier Schritte sind schnell erklärt und brauchen Wochen, bis sie unter Wettkampfdruck laufen. Das ist normal und gilt für jede mentale Routine.

Was im Nachwuchs anders läuft

Im Schießsport beginnen viele früh, oft im Verein und oft mit Eltern im selben Verein. Das ist eine besondere Lage.

Junge Schützinnen und Schützen bekommen hier sehr direkt gespiegelt, was sie geleistet haben, weil das Ergebnis auf dem Papier steht. Wer in diesem Alter lernt, jede Ringzahl als Aussage über sich selbst zu lesen, trägt das lange mit sich.

Was hilft, ist eine einfache Verschiebung in der Auswertung: nicht über die Ringe sprechen, sondern über den Ablauf. Was Eltern und Trainer dabei konkret tun können, steht bei Mentaltraining für junge Athleten.

Mario Reiser im Profil mit geschlossenen Augen und Neurofeedback-Stirnband

Ich habe nie am Stand gestanden

Ich bin kein Sportschütze und trotzdem durfte ich schon mehrfach mit Schützinnen und Schützen zusammenarbeiten.

Was ich mitbringe, ist eine lange Praxis im Vermitteln und die Arbeit mit Athletinnen und Athleten aus mehreren Sportarten. Vom Nachwuchs bis in den Weltcup.

Und ein Detail, das im Schießsport besonders zählt: Die Atem- und Aufmerksamkeitsinhalte, mit denen ich arbeite, stammen aus dem Mindfulness-Bereich. Sie zielen genau auf das, was hier gebraucht wird, nämlich Zustandssteuerung ohne Kontrollkrampf.

Häufige Fragen

Was bringt Mentaltraining im Schießsport?

Es wirkt dort, wo die Technik bereits sitzt und das Ergebnis trotzdem schwankt. Puls, Atmung und Muskelspannung entscheiden im Schießsport direkt über den Treffer und alle drei hängen am mentalen Zustand. Am deutlichsten zeigt sich der Effekt beim Umgang mit einer schlechten Serie. Und beim letzten Schuss, wenn ein Ergebnis in Reichweite ist.

Wie baue ich eine Schuss-Routine auf?

Mit wenigen Schritten, die immer in derselben Reihenfolge kommen und die du auch unter Druck durchhältst. Wichtig ist, dass die Routine vor der Entscheidung liegt und nicht aus Bewertung besteht. Sie gibt der Aufmerksamkeit einen festen Platz, damit sie nicht zum Ergebnis abwandert. Eine Routine mit zehn Schritten hält im Wettkampf niemand durch, drei bis vier reichen.

Was mache ich nach einer schlechten Serie?

Das Rechnen unterbrechen. Nach zwei oder drei schwachen Schüssen beginnen die meisten zu überlegen, was noch möglich ist. Genau das verschlechtert den Ablauf weiter. Hilfreich ist eine vorher festgelegte Reaktion: Waffe absetzen, einmal vollständig ausatmen, den nächsten Schuss wie den ersten des Tages behandeln.

Kann man das Zittern wegtrainieren?

Nicht vollständig und das ist auch nicht das Ziel. Ein Teil davon ist normal, auch die besten Schützen zittern. Entscheidend ist die Reaktion darauf. Wer dagegen ankämpft, spannt mehr an und verliert Feinmotorik. Wer es registriert und den Abzug trotzdem sauber zu Ende führt, bleibt im Ablauf.Nimmt das Zittern deutlich zu oder tritt es auch außerhalb des Sports auf, gehört es ärztlich abgeklärt.

Ab welchem Niveau lohnt sich das?

Sobald die Technik so weit sitzt, dass die Schwankungen nicht mehr technisch erklärbar sind. Wer im Training deutlich besser trifft als im Wettkampf, hat kein Technikproblem. Im Nachwuchs lohnt es sich zusätzlich früh, weil dort die Muster im Umgang mit Ergebnissen entstehen.

Mario Reiser lacht mit gesenktem Blick, Schwarzweiß-Portrait vor Schwarz

Wenn im Wettkampf weniger ankommt als im Training

Das ist der häufigste Anlass für eine Anfrage aus dem Schießsport und es ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass das Können vorhanden ist.

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, an welcher Stelle es bei dir kippt. Du erreichst mich unter +43 650 2634822.

Kostenloses Erstgespräch sichern

Unverbindlich und kostenlos.