Mario Reiser Wortmarke
Karateka im weißen Kimono mit Schweiß auf der Stirn, Blick nach unten, Schwarzweiß

Mentaltraining-Übungen für Sportler

Wissen

Die kurze Antwort: Die wirksamsten Übungen im Sportmentaltraining sind Atemtechnik, Körperwahrnehmung, das Beobachten von Gedanken, Imaginationstraining und eine saubere Zielformulierung. Entscheidend ist nicht, welche du wählst, sondern ob du sie regelmäßig machst. Zwei Minuten täglich bringen mehr als eine Stunde alle zwei Wochen.

Auf dieser Seite findest du fünf Übungen mit Anleitung. Ebenfalls findest du hier eine angeleitete Atemübung als MP3, welche du dir per E-Mail gratis zusenden lassen kannst. Alle Übungen sind nach dem Zeitpunkt sortiert, an dem sie helfen und am Ende steht ein Vorschlag, in welcher Reihenfolge du sie aufbaust.

Was diese Übungen leisten und was nicht

Die meisten Übungssammlungen im Netz sind für den Berufsalltag geschrieben. Für ein schwieriges Gespräch, eine Präsentation oder mehr Gelassenheit im Büro. Die Techniken ähneln sich, der Anwendungsfall ist ein anderer.

Im Sportkontext kommt eine Bedingung dazu: Die Übung muss unter Belastung funktionieren. Was im ruhigen Wohnzimmer gelingt, muss auch mit 180 Puls im Starthaus abrufbar sein. Deshalb wird hier anders geübt, nämlich mit dem Ziel, die Technik so weit einzuschleifen, dass sie ohne Nachdenken läuft.

Was diese Übungen nicht leisten: Sie ersetzen kein Training. Wer technisch nicht so weit ist, wird es auch nicht nur mit dem besten Kopf richten können. Mentaltraining holt heraus, was da ist. Es legt nichts hinein.

Schwimmer im Schmetterlingsstil, getont

Die drei Zeitpunkte

Übungen nach Themen zu sortieren, hilft wenig. Nützlicher ist die Frage, wann du sie einsetzt.

  • Fußballer beim Torschuss in der Bewegung, getont

    Im Training. Hier entsteht die Fähigkeit. Diese Übungen brauchen Ruhe, Wiederholung und mehrere Wochen Zeit. Sie sind die Grundlage für alles Weitere.

  • Frauenmannschaft beim Aufwärmen im Stadion, Schwarzweiß

    Am Wettkampftag. Hier geht es um Spannungsregulierung in den Stunden und Minuten davor. Kurz, einfach, nichts Neues.

  • Hand an der Startlinie, Staffelstab, Läufer im Startblock

    Im Wettkampf. Hier bleibt nur, was automatisch läuft. Sekunden, keine Minuten. Alles, was Nachdenken erfordert, fällt aus.

Der häufigste Fehler ist, im Wettkampf etwas zu versuchen, das im Training nie geübt wurde. Das geht schief und danach hält der Athlet Mentaltraining für wirkungslos.

Mario Reiser meditiert im Schneidersitz auf einem Felsen im Wasser

Fünf Übungen für dich

1. Der Bodyscan

Die Grundlage für alles, was mit Wahrnehmung zu tun hat. Du lernst dabei, Anspannung zu bemerken, bevor sie stört.

  1. Leg dich auf den Rücken, Arme locker neben dem Körper, Augen geschlossen.

  2. Beginne bei den Füßen. Richte zuerst deine Aufmerksamkeit für etwa fünf bis sieben Sekunden auf den linken Fuß. Was spürst du? Druck, Wärme, Kribbeln, vielleicht auch nichts.

  3. Wandere langsam nach oben. Unterschenkel, Knie, Oberschenkel, dann dieselbe Reihenfolge auf der rechten Seite.

  4. Weiter über Becken, Bauch, Brustkorb, Rücken, Schultern, Arme, Hände. Versuche, für diese fünf bis sieben Sekunden mit der gesamten Aufmerksamkeit genau bei jenem Körperteil zu sein, bei dem du gerade bist.

  5. Zum Schluss Nacken, Gesicht und Kopf. Gerade im Kiefer und um die Augen sitzt oft mehr Spannung als erwartet.

  6. Wandern die Gedanken ab, ist das normal. Registriere es und geh zurück zu der Körperregion, bei der du warst.

Dauer: circa zehn Minuten. Häufigkeit: drei- bis viermal pro Woche. Wirkung merkbar nach: etwa zwei Wochen.

Die häufigsten Fehler beim Üben

In der Arbeit mit Athleten sehe ich immer wieder dieselben fünf.

  1. Zu viel auf einmal. Fünf Übungen gleichzeitig starten, zehn Tage durchhalten, dann alles fallen lassen. Eine Übung reicht am Anfang.

  2. Zu lang. Wer mit dreißig Minuten Meditation beginnt, hört wieder auf. Fünf Minuten, die stattfinden, schlagen dreißig, die man sich vornimmt.

  3. Nur im Kopf. Viele lesen über Übungen, verstehen sie und machen sie nie. Verstehen und Können sind beim Mentaltraining genauso verschieden wie beim Technikvideo im Tennis.

  4. Im Wettkampf Neues probieren. Der häufigste und teuerste Fehler. Was im Training nicht funktioniert hat, funktioniert im Wettkampf erst recht nicht.

  5. Zu früh aufgeben. Die ersten zwei Wochen fühlen sich oftmals nach nicht viel an. Genau dort steigen die meisten aus, kurz bevor es anfängt zu wirken.

Kampfsportler zieht den schwarzen Gürtel fest, Schwarzweiß

Für den Wettkampftag

Hier gilt: nichts Neues. Der Wettkampftag ist der falsche Tag für eine unbekannte Technik.

Die wichtigste Übung ist die Atemtechnik mit verlängerter Ausatmung. Sie senkt die Anspannung innerhalb weniger Atemzüge und ist die einzige Stellschraube, an der du körperlich direkt drehen kannst. Die vollständige Anleitung in sieben Schritten steht auf der Seite zum Lampenfieber im Sport. Dort ist auch erklärt, warum sie funktioniert.

Dazu kommt eine feste Abfolge für die letzten Minuten. Was du tust, in welcher Reihenfolge, mit welchem Blick, mit welchem Atemzug. Nicht weil das magisch wäre, sondern weil eine belegte Aufmerksamkeit weniger Raum für Grübeln lässt.

Für den Wettkampf selbst

Im Wettkampf funktioniert nur, was automatisch läuft. Drei Dinge haben sich bewährt und alle drei sind auf den jeweiligen Seiten ausführlich beschrieben.

Der Aufmerksamkeitsanker. Ein fester Reiz, der dich zurückholt: der Atem, der Druck der Schuhe, ein Punkt in der Halle. Kein Gedanke, sondern eine Wahrnehmung.

Die Abfolge nach einem Fehler. Anerkennen, körperlicher Schlusspunkt, Aufmerksamkeit lenken, nächste Handlung benennen. Ausführlich bei der Angst vor Fehlern.

Die Routine vor der eigenen Aktion. Sie sieht in jeder Sportart anders aus. Für Tennis steht sie bei Mentaltraining Tennis, für Golf bei Mentaltraining Golf.

Langläufer im Skatingschritt, getont

Wie du daraus ein Programm machst

Das ist der Teil, den die meisten Übungssammlungen auslassen. Eine Liste von Techniken ist noch kein Training.

Woche 1 und 2: eine Übung, nicht fünf. Fang mit der Atemtechnik an, täglich fünf Minuten, immer zur selben Zeit. Nichts anderes. Wer alles gleichzeitig beginnt, hört nach zehn Tagen mit allem auf.

Woche 3 und 4: Bodyscan dazu. Drei- bis viermal pro Woche, gern abends. Die Atemtechnik läuft weiter, sie kostet inzwischen kaum noch Überwindung.

Ab Woche 5: Imagination. Jetzt hast du die Wahrnehmung, die es dafür braucht. Fünf bis zehn Minuten nach dem Training.

Laufend: Gedanken beobachten. Diese Übung braucht keinen festen Platz. Fünf Minuten, wann immer es passt, gern auch im Bus oder beim Warten.

Mindestens zweimal pro Saison: die Zielpyramide. In der Vorbereitung erstellen, immer wieder mal prüfen.

Die Faustregel dahinter ist unspektakulär: Regelmäßigkeit schlägt Dauer. Fünf Minuten an sechs Tagen wirken stärker als eine Stunde am Sonntag. Daran entscheidet sich fast alles, weniger an der Methode als daran, ob du dranbleibst.

Was Gadgets und Apps beitragen

In meinen Kursen arbeite ich auch mit technischen Hilfsmitteln. Sie ersetzen keine Übung, aber sie machen manches greifbarer.

Binaurale Beats und isochronische Töne. Als Hintergrund bei längeren Einheiten. Zudem helfen sie, das Hirn in den gewünschten Zustand zu bringen.

Herzratenvariabilität. Eine Messung, die sichtbar macht, was die Atmung im Körper bewirkt. Für Athleten, die Zahlen brauchen, ist das oft der Moment, in dem die Sache klickt.

Neurofeedback. Zeigt Aktivitätsmuster im Gehirn und macht Zustände sichtbar, die sonst nur gefühlt sind.

Der methodische Rahmen hinter alldem ist Mindfulness. Die vollständigen Kursinhalte stehen beim mentalen Training im Sport.

Die Atemübung als Audiodatei

Die Übung "Chill your mind" habe ich eigens für Athleten aufgenommen und stelle sie gratis zur Verfügung. Schreib mir eine kurze E-Mail an info@marioreiser.com, dann bekommst du die mp3.

Häufige Fragen

Wie kann man mental trainieren?

Mit denselben Prinzipien wie körperlich: regelmäßig, mit steigender Anforderung und über Wochen statt Tage. Praktisch heißt das: eine Übung zu Beginn, täglich fünf Minuten, möglichst zur selben Zeit. Später kommen weitere dazu. Wer mit fünf Techniken gleichzeitig startet, hört meist nach zehn Tagen mit allen auf.

Welche Übungen gibt es im Mentaltraining?

Die wichtigsten sind Atemtechniken zur Spannungsregulierung, Körperwahrnehmung wie der Bodyscan, das Beobachten von Gedanken, Imaginationstraining und die Arbeit mit Zielen. Dazu kommen sportartspezifische Routinen, etwa vor dem Aufschlag im Tennis oder vor dem Elfmeter im Fußball. Alle lassen sich ohne Hilfsmittel üben.

Wie lange dauert es, bis Mentaltraining wirkt?

Die beruhigende Wirkung der Atemtechnik spürst du sofort. Bis eine Übung unter Wettkampfdruck trägt, vergehen etwa zwei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung. Beim Imaginationstraining dauert es länger, weil die Vorstellung erst detailliert genug werden muss. Wer eine Übung nur kennt, merkt nichts.

Kann ich Mentaltraining alleine machen?

Die Übungen auf dieser Seite ja, sie sind dafür gedacht. Schwerer fallen allein die Auswahl und die Dosierung. Womit fange ich an, wie viel ist genug, was passt zu meiner Sportart? Genau dafür gibt es die Kursmodule.

Eignen sich diese Übungen auch für Kinder?

Ab etwa zwölf Jahren ja, in kürzerer Form. Jüngere Kinder können ihre Gedanken noch schwer beobachten und ohne diese Fähigkeit funktioniert vor allem die zweite Übung nicht. Für den Nachwuchs arbeite ich mit einem eigenen Programm mit kürzeren Einheiten.

Mario Reiser lacht mit gesenktem Blick, Schwarzweiß-Portrait vor Schwarz

Wenn du es systematisch angehen willst

Die Übungen auf dieser Seite kannst du sofort ausprobieren. Sie kosten nichts und brauchen keine Ausrüstung.

Wenn du wissen willst, welche davon für deine Sportart und deine Situation die richtigen sind, melde dich. Wie eine Zusammenarbeit aussieht, steht beim Mentaltraining für Athleten. Du erreichst mich unter +43 650 2634822.

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